Warum ist ein (Klein-)Kredit sinnvoller als der Dispositionskredit?

Einige Monate sind finanziell anstrengender als andere. Versicherungen werden abgebucht, die Gasrechnung, die Kosten für den Strom und natürlich die Miete. Da rutscht das Konto schon mal ins Minus und wird der Dispositionskredit in Anspruch genommen. Das ist normal und stellt an sich kein Problem dar. Nur teuer ist es. Das sieht man spätestens auf dem Auszug, wenn die Kontoabrechung erstellt wurde. Überziehungszinsen unter zehn Prozent per annum wird man derzeit bei kaum einer Bank finden. Vielmehr steigen die Zinssätze regelmäßig an und geht es richtig ins Geld, wenn der Dispo vollends ausgereizt oder das Limit noch überschritten wird. Handelt es sich hin und wieder um ein paar Tage, die der „Fallschirm“ der Bank genutzt wird, sind die Kosten zwar ärgerlich, man kann aber damit leben.

Je länger allerdings rote Zahlen geschrieben werden, desto mehr Gebühren häufen sich an und dreht sich die Spirale immer schneller. Von daher lohnt es sich nicht, größere Anschaffungen über den Dispositionskredit zu finanzieren. Die Verlockung ist groß, weil kein Antrag gestellt und Papierkram erledigt werden muss, da das Darlehen von der Bank mit der Kontoeröffnung bereits abgesegnet wurde. Doch es wird auf Dauer immer schwerer, wieder in den grünen respektive den Bereich der schwarzen Zahlen zu gelangen und zieht sich die Zeit, bis der Dispo bezahlt ist. Bei über zehn Prozent Zinsen ist das auch kein Wunder. Im Vergleich dazu werden normale Ratenkredite zu einem effektiven Zinssatz von derzeit ab etwa vier bis fünf Prozent im Jahr angeboten.

Gibt zum Beispiel der Fernseher den Geist auf oder gleicht der Kühlschrank eher einem Brutkasten, ist es ratsam, sich die Zeit zu nehmen und über einen Kleinkredit nachzudenken. Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Betrag zwischen 500 und vielleicht 2.000 Euro ergeben sich monatliche Raten, die sich zweifelsohne bemerkbar machen, dafür keine besonders große Belastung ergeben. Die Tilgung ist wesentlich einfacher, schneller und in erster Linie auch günstiger erledigt als beim Dispositionskredit der Bank. Er sollte nach wie vor nur als Notnagel gesehen werden.

Die Rechnung ist ganz einfach: Im günstigsten Fall zwölf Prozent Zinsen für den Dispo oder fünf Prozent für einen Onlinekredit. Den Unterschied merkt man, selbst, wenn es sich „nur“ um ein Darlehen über 500 Euro handelt. Statt später den teuren Dispositionskredit mit einem Kleinkredit abzulösen und bis dahin tief in die Tasche gegriffen zu haben, sollte man von Anfang die günstigere Alternative wählen. Ab einer gewissen Summe, die sich nach dem individuellen Einkommen und damit der Möglichkeit richtet, das Konto auszugleichen, kann der Dispositionskredit der erste Schritt in die Schuldenfalle sein.