Lexikon zum Thema Kredit

Antragsdaten - Informationen über den Antragssteller, den die Bank zur Bewertung der Kreditwürdigkeit benötigt. Dazu zählen beispielsweise das Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen, feste monatliche Ausgaben, aber auch bestehende Verpflichtungen. Bei einem Online-Kreditantrag werden die Antragsdaten gesichert an den Bank-Computer übermittelt, der meist auf dieser Basis eine Sofortzusage erstellt.

Annuitätendarlehen - Kreditart, die hauptsächlich bei Baufinanzierungen und Immobiliendarlehen angewendet wird. Ausgehend vom Darlehensbetrag wird die Jahresleistung, Annuität genannt, aus dem Zinssatz und der Tilgung errechnet. Mit jeder Tilgungszahlung verringert sich der offene Kreditsaldo. Da die Zinsen nur auf den verbleibenden Kreditsaldo berechnet werden, verschiebt sich innerhalb der Annuität der Zinsanteil zu Gunsten des Tilgungsanteils.

Bearbeitungsgebühr - Entgelt für die Prüfung und Genehmigung eines Kreditantrages. Die Bearbeitungsgebühr unterscheidet sich sehr stark bei den einzelnen Finanzinstituten, teilweise betragen sie zwischen 1 und 3 Prozent vom Kreditbetrag. Die Bearbeitungsgebühr ist meist nicht extra zu bezahlen, sondern wird in die Kreditrate eingerechnet. Im Rahmen besonderer Werbeaktionen verzichten zahlreiche Banken auf die Bearbeitungsgebühr.

Beleihungswert - Betrag, der für Immobilien und Grundstücke bei der Vergabe von Bau- bzw. Immobiliendarlehen ermittelt wird. Der Beleihungswert kann von einem staatlich zugelassenen Schätzer oder über eine Rechenmatrix durch die Bank festgestellt werden. Der Beleihungswert dient der Bank zur Festsetzung des Zinsangebotes. Kredite, die nur maximal 60 Prozent des Beleihungswertes betragen, erhalten bessere Konditionen, als bei einer 100 Prozent-Finanzierung.

Effektivzins - Zinsangabe, die Banken neben dem Nominalzins ausweisen müssen, damit Kunden verschiedene Angebote miteinander vergleichen können. Er wird als Jahreszinssatz in Prozent angegeben und berücksichtigt unter anderem den Nominalzinssatz, den Tilgungssatz, die Bearbeitungsgebühr, einen Auszahlungsabschlag und andere Faktoren, die sich auf die Kreditkosten auswirken.

Eigenkapital - Geldbetrag aus dem eigenen Vermögen, das meist bei Immobiliendarlehen von der Bank als Voraussetzung der Kreditwährung verlangt wird. Mit dem Eigenkapital lassen sich die Kreditkosten für den Kreditnehmer reduzieren, außerdem kann die Bank bessere Konditionen vergeben, da das Kreditrisiko zwischen der Bank und dem Kreditnehmer geteilt wird.

Festzins - Zinssatz, der für einen bestimmten Zeitraum von der Bank garantiert wird. Ändert sich während der Festzinsdauer die Zinssituation, kann die Bank die Konditionen nicht ändern. Festzinsen bieten dem Kreditnehmer für den jeweiligen Zeitraum eine sichere Kalkulationsgrundlage.

Grundschuld - Sicherheit, die häufig bei Baufinanzierungen zur Absicherung des Kredites dienen. Grundschulden werden von einem Notar beurkundet und im Grundbuch eingetragen. Die Grundschuldurkunde erhält die Bank, die damit im Fall des Kreditausfalls das Objekt versteigern kann. Grundschulden beziehen sich nicht auf einen konkreten Kredit. Ist der ursprüngliche Kredit beispielsweise zurückgezahlt, kann die Grundschuld einen neuen Kredit absichern.

Kündigung - Auflösung eines Kreditvertrages zur kompletten oder teilweisen Rückzahlung der offenen Darlehensforderung. Sie muss schriftlich erfolgen. Bei Ratenkrediten beträgt die Kündigungsfrist in der Regel 3 Monate, ebenso bei Darlehen mit variablen Konditionen. Kredite mit Festzins-Konditionen können erst nach Ablauf der Festzinsdauer ordentlich gekündigt werden, bei langfristigen Darlehen erstmals nach 10 Jahren.

Laufzeit - Dauer, in der ein Kredit zurückgezahlt wird. Bei Ratenkrediten kann die Laufzeit individuell vereinbart werden. Zur Auswahl stehen in der Regel Laufzeiten zwischen 12 und 84 Monaten. Lange Laufzeiten bedeuten kleinere Kreditraten. Die Laufzeit einer Baufinanzierung wird durch die Höhe des Tilgungssatzes bestimmt.

Nominalzins - "Preis", der für einen Kredit zu zahlen ist. Die Höhe des Nominalzinssatzes wird zum einen durch Zinsmarkt und zum anderen von der persönlichen Bonität des Kreditnehmers bestimmt. Der Nominalzins berücksichtigt im Gegensatz zum Effektivzins keine zusätzlichen Kreditfaktoren.

Online-Kredit - Die Kreditabwicklung findet über das Internet statt. Die Antragsstellung nimmt der Kunde über eine Homepage vor. Die Bank gibt meist eine Sofortzusage. Der Vertrag kommt auf dem postalischen Wege zu Stande. Online-Kredite biete meist günstigere Zinsen und eine schnellere Abwicklung als ein Kreditantrag in einer Filiale.

Rate - Monatlicher Zahlbetrag zur Rückzahlung eines Kredites. Die Rate errechnet sich aus dem Zinssatz und dem Tilgungssatz und ist konstant. Für die Ratenhöhe gilt: Je länger ein Kredit zurückgezahlt wird, desto niedriger ist die Rate. Die Rate sollte aus dem frei verfügbaren Haushaltseinkommen gezahlt werden können.

Ratenkredit - Traditionelle Kreditart zur Finanzierung des privaten Konsums. Ratenkredite gibt es über die eigene Hausbank, über Direkt- und Onlinebanken oder direkt über das verkaufende Unternehmen, beispielsweise ein Autohaus oder ein Warenhaus. Die Rückzahlungsdauer und die Höhe des Ratenkredites sind individuell durch den Kunden wählbar. Die Konditionen differieren sehr stark. Erfahrungsgemäß sind die Konditionen von Direktbanken günstiger als die Ratenkredit-Konditionen von Filialbanken.

Restschuldversicherung - Absicherung eines noch nicht zurückgezahlten Kredites für den Fall der unverschuldeten Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder im Todesfall. Die Restschuldversicherung wird meist optional angeboten und übernimmt beim Eintreten des Versicherungsfalls die ausstehenden Raten oder die Rückzahlung des kompletten ausstehenden Kreditsaldos.

Schufa - Abkürzung für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung"; Vereinigung von deutschen Banken und Handelsunternehmen, beispielsweise Versandhäuser, Mobilfunkunternehmen und Kaufhäuser, zum Schutz vor unseriösen Kreditanbietern und zur Überschuldung von Kunden. Die Mitglieder tauschen untereinander Daten aus, unter anderem die Kreditaufnahme und nicht zurückgezahlte Verbindlichkeiten. Besonders negative Schufa-Daten können einem neuen Kreditantrag im Wege stehen. Kunden können bei der Schufa ihre Daten kostenpflichtig abfragen.

Sicherheiten - Sie dienen einer Bank zur Absicherung eines Kredites im Falle von Zahlungsproblemen. Bei Hauskauf- und Baufinanzierungen werden zu Gunsten der Bank Grundschulden als Sicherheit vereinbart. Damit kann die Bank die Immobilie versteigern lassen und den Kredit tilgen. Bei privaten Ratenkrediten wird meist die Abtretung des Gehaltes vereinbart. Als Sicherheiten sind auch Pfandrechte an Aktien und Wertpapieren, mobilen Gegenständen und Bürgschaften durch eine dritte Person möglich.

Tilgung - Betrag, der zur Rückzahlung eines Darlehens dient. Bei den meisten Krediten erfolgt die Tilgung monatlich und konstant. Bei einem endfälligen Darlehen sind während der Laufzeit nur Zinsen zu entrichten. Die Tilgung findet dann am Ende der Kreditlaufzeit in einer Summe statt.

Umschuldung - Rückzahlung eines oder mehrerer Kredite durch einen neuen Kredit mit dem Ziel die regelmäßigen Kreditkosten zu reduzieren. Vor allem in Zeiten niedriger Zinsen kann sich eine Umschuldung für Kreditnehmer lohnen, die noch zu hohe Zinsen für ihre "Altkredite" zahlen. Bei einer Umschuldung sind die Kostenvorteile durch niedrige Zinsen jedoch eventuell anfallenden Gebühren für eine vorzeitige Kreditkündigung gegenüberzustellen.

Variabler Zins - Zinssatz, der durch die Bank aufgrund der jeweiligen Lage am Kapitalmarkt nach oben oder unten angepasst werden kann. Variable Zinskonditionen lohnen sich in Zeiten hoher Kreditzinsen, wenn jedoch auf absehbare Zeit bessere Zinssätze zu erwarten sind. Bei einem Kredit mit variablen Zinsen besteht nur eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, während bei Krediten mit Festzins das Darlehen erst nach Ablauf der Festzinsbindung zurückgezahlt werden kann.